Richtiger Einstieg in neues Gymnasium

Kreistagsfraktion


Die SPD-Kreistagsfraktion mit ihrer Vorsitzenden Ruth Müller (2. von links) mit den Geschäftsführern der Delta-Gruppe.

SPD-Kreistagsfraktion beantragt eine gebundene Ganztagsschule

Eines der größten Bauvorhaben des Landkreises, das neue Gymnasium in Ergolding erfordert nach Auffassung der sozialdemokratischen Kreistagsfraktion grundlegende Planungen von Anfang an. Mit diesen Worten begründete Vorsitzende Ruth Müller den Vor-Ort-Termin bei der Delta Immotec in Geisenhausen, wo man sich über die notwendigen Abläufe informieren wolle.

Eingangs stellten die Geschäftsführer Franz Wurm, Christian Hunger und Michael Maul-Mock die Delta-Gruppe vor, die aus der früheren Bauabteilung von Dräxlmaier hervorgegangen sei. Mittlerweile sei man ein weltweit operierendes Unternehmen, das Architekten- und Ingenieurleistungen, Projektentwicklung und Projektsteuerung für jedermann vorzugsweise als Gesamtlösungen anbiete. Mit den Sparten Delta Management und Delta Gebäudetechnik sei man dazu in der Lage. Auch im Bereich des Denkmalschutzes habe man bereits Erfahrungen gewonnen. Zu den insgesamt rund 140 Beschäftigten suche man laufend weitere Mitarbeiter sowohl im technischen wie auch im kaufmännischen Bereich.

Armin Dirschl, als Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Köfering auch ein versierter Kommunalpolitiker, stellte anschließend die beim neuen Gymnasium erforderlichen europaweiten Verfahren vor. Zunächst gelte es einen Projektsteuerer zu finden, der dann das zwar etwas aufwändige aber durchaus sinnvolle Vergabeverfahren für die Architekten- und Ingenieurleistung durchführe. Dadurch bekomme der Landkreis die größtmögliche Transparenz und Wirtschaftlichkeit im planerischen Bereich. Auf die Frage von Kreisrat Peter Barteit bestätigte Armin Dirschl, dass man so auch eine Chance habe die oftmals unangenehmen Kosten- und Zeitüberschreitungen bei größeren Bauvorhaben in den Griff zu bekommen.

Über diesen Aspekt hinaus machten sich die SPD-Kreisräte weitere Gedanken um das Projekt. Es sei bekannt, so stellvertretende Landrätin Christel Engelhard, dass archäologische Untersuchungen ein Bauvorhaben schon am Beginn verzögern könnten. Weil gerade der Bereich Ergolding in karolingischer Zeit ein Siedlungsschwerpunkt gewesen sei, solle der Landkreis als Baugrundstück schon jetzt auf Funde aus grauer Vorzeit untersuchen.
Weiter beantragt die Fraktion die Errichtung eines gebundenen Ganztagsgymnasiums. Müller begründete dies mit den Vereinbarungen im Koalitionsvertrag, nach der Gymnasien und Realschulen ein modernes und nach neuesten schulpädagogischen Gesichtspunkten ausgerichtetes Profil erhalten sollten. Im Wettbewerb mit anderen Lehranstalten werde die neue Einrichtung dadurch deutliche Vorteile bekommen. Neufahrns Bürgermeister Bernhard Zauner brachte die Überlegung ein, auch beim Lehrerzimmer neue Wege zu gehen. An manchen Schulen habe man das zentrale Großraumbüro aufgegeben und stattdessen jeweils zwei Klassenräumen ein Lehrerzimmer zugeordnet. Dies bringe Vorteile im Vertretungsfall bei der Beaufsichtigung der Schüler. Im Gegenzug würden wohl höheren Kosten entstehen.

Schließlich schlägt die SPD vor, das neue Gymnasium nach Dietrich Bonhoeffer zu benennen. Der im Jahr 1945 im KZ Flossenbürg ermordete Theologe sei als einer der profiliertesten Vertreter des Widerstandes für Werte wie Zivilcourage, Freiheit und Gerechtigkeit eingetreten. Der Regensburger Diözesanbischof Dr. Gerhard Ludwig Müller habe es erst kürzlich so formuliert: „Bonhoeffer hat schon früh das Gift des Nationalsozialismus erkannt.“ Mit seiner Vita könne der Namensgeber als Vorbild für alle Schülerinnen und Schüler dienen und mithelfen, auch jetzt noch vorhandene rechtsextreme Tendenzen zu ächten, so die Fraktionsvorsitzende.

 
 

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