SPD in Bildungsdiskussion

Kreistagsfraktion


MdL Martin Güll und Fraktionsvorsitzende Ruth Müller

Mittelschule stoppt den demographischen Wandel nicht

Die Diskussion im Landkreis über Schulverbünde und Mittelschulen ist voll im Gang. Wieviele Schulverbünde und Mittelschulen wird es im Landkreis Landshut geben? Welche Gemeinden werden sich als Sieger oder als Verlierer fühlen?
Die Ansichten darüber gehen weit auseinander, bei Eltern und Kommunalpolitikern herrscht große Unsicherheit. Die Fraktionsvorsitzende der SPD im Landkreis Landshut, Ruth Müller hat sich deshalb mit dem Bildungspolitiker MdL Martin Güll getroffen, um die Auswirkungen der Schulreform zu diskutieren.
Da der Abschluss in einer Mittelschule gegenüber dem in einer Realschule zwar gleichwertig sein soll, aber in der Praxis nicht als gleichwertig empfunden wird, werden nach Ansicht des SPD-Landtagsabgeordneten Güll und Ruth Müller, immer mehr Kinder an die Realschulen übertreten.
Über 60% der Schüler aus ihrer Heimatgemeinde Pfeffenhausen besuchen eine weiterführende Schule. In anderen Gemeinden liegt diese Quote noch deutlich höher.
Die Kinder werden auf weiterführende Schulen gehen oder eben auf die paar Mittelschulstandorte, die übrig bleiben. „Muss das so sein?“ fragte Müller den Landtagsabgeordneten, der auf langjährige Schulpraxis als Rektor eine Hauptschule verweisen kann. Die Antwort ist für MdL Güll ganz klar: „Nein“. Fast in ganz Europa gäbe es eine längere gemeinsame Schulzeit. Sogar Österreich habe jetzt Modellprojekte laufen: Dort gibt es jetzt auch Mittelschulen. Der Inhalt sei jedoch mit den geplanten Mittelschulen in Bayern nicht zu vergleichen.
Müller befürchtet, dass es in den meisten Gemeinden des Landkreises bald nur noch Grundschulen und damit viele leer stehende Schulräume geben wird. Dabei ginge es auch anders: Bei einer längeren gemeinsamen Schulzeit bis zur 6. Klasse könnten die Kinder z.B. in den meisten Landkreisgemeinden auch weiterhin beieinander bleiben. Der Übertrittsstress für die Kinder wäre geringer, weiß die Mutter eines Grundschülers.
Länder mit anderen Schulmodellen könnten auf entsprechende Bildungserfolge verweisen. Gemeinschafts- bzw. Modellschulen würden die Möglichkeit entsprechender Schulabschlüsse in mehreren Regionen des Landkreises ermöglichen.
Für MdL Güll und Ruth Müller ist absehbar, dass die neue Mittelschule wohl auch nur eine Übergangslösung sein wird. Auf die Schulleiter komme deutlich mehr Arbeit zu, die Kommunen müssten noch mehr Fahrtkosten schultern, und den demographischen Wandel kann auch eine neue Schulart nicht aufhalten. Um Kommunen für Familien attraktiv zu gestalten, Kinder optimal zu fördern und langwierige Schülertransporte zu vermeiden muss es das Ziel sein, endlich den Mut zu haben, eine längere gemeinsame Schulzeit auch in Bayern einzuführen.

 
 

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