Sechs starke SPD-Frauen wollen ein Zeichen für morgen setzen

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100 Jahre Internationaler Frauentag - Buchlesung mit Dr. Michaela Karl am 15. März 2011 im Kaiserhof Landshut

Heute wählen Frauen und werden gewählt, sie schließen selbstverständlich eine Berufsausbildung ab, sie arbeiten in ihren Berufen, ohne zuvor ihren Ehemann um Erlaubnis fragen zu müssen und sie machen ganz selbstverständlich einen Führerschein, wenn sie Auto fahren wollen.
Nichts davon fiel vom Himmel. Es wurde erstritten, erkämpft, errungen. Denn die Geschichte der Frauenbewegung ist auch eine Geschichte von vielen engagierten, selbstbewussten Frauen. Im Vorfeld des 100. Internationalen Frauentages trafen sich die SPD-Frauen aus Stadt und Landkreis Landshut, um an die Errungenschaften zu erinnern, aber auch für die Zukunft den Kampf um Frauenrechte aufrecht zu erhalten.

„Wir haben viel erreicht. Dennoch: Echte Gleichstellung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sieht anders aus. Davon sind wir noch ein ordentliches Stück entfernt. Auf der formalen Ebene – der Ebene der Gesetze – sind wir schon ziemlich weit gekommen. Auf dem Papier wird keine schlechter behandelt, nur weil sie eine sie. Doch Papier ist geduldig. Einige engagierte Frauen arbeiten inzwischen erfolgreich als Bürgermeisterinnen im Landkreis Landshut. Es dürfen ruhig bei der nächsten Kommunalwahl noch mehr werden", betont die stellvertretende Landrätin Christel Engelhard.
Stadträtin Maria Haucke wies darauf hin, wie viel Kraft der Kampf um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gerade in Bayern gekostet habe. Noch heute gibt es bei weitem nicht genügend Kinderbetreuungseinrichtungen, die es allen Frauen ermöglichen, schnell wieder ins Berufsleben einzusteigen. Dafür lohne es sich auch weiterhin zu kämpfen.

Die Stadtverbandsvorsitzende Anja König machte deutlich, dass durch die Wirtschafts- und Finanzkrise viele Vollzeitarbeitsplätze in Teilzeit-, Midi- und Minijobs aufgesplittet wurden. Die Zahl der Erwerbstätigen sei zwar gestiegen, aber Arbeitsplätze im Ganzen gingen verloren und die Einkommen seien gesunken. „Hiervon sind vor allem auch wieder die Frauen betroffen, die Mehrheit der Frauen ist inzwischen nicht einmal mehr in der Lage sich selbst mit ihrem Einkommen gut zu ernähren. Damit sind Frauen nicht nur im Erwerbsalter mehr von Armut betroffen, sondern auch das Risiko einer daraus resultierenden Altersarmut steigt für Frauen um ein Vielfaches mehr als für Männer.“ Gegen solch eine Arbeitsmarktpolitik setzen sich die SPD und vor allem die SPD-Frauen ein.

„Wenn viele jungen Frauen heute glauben, es gäbe keine Diskriminierung mehr, so ist das der beste Beweis für unsere Erfolge.“ Stadträtin Ute Kubatschka, die in den vergangenen Jahren auch die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in der Region Landshut verkörperte, machte damit deutlich, dass viele Dinge heutzutage als selbstverständlich angesehen würden wie zum Beispiel das Wahlrecht für Frauen. Aber an der Wahlbeteiligung sähe man, dass dieses Recht auf demokratische Mitbestimmung leider nicht in dem Maße wahrgenommen würde wie es eigentlich sollte. Mit Aktionen, die Frauen die Wichtigkeit dieses Rechtes nahebringen sollen, werde die AsF künftig für eine höhere Wahlbeteiligung der Frauen werben.

Auch bei Kandidaturen für politische Ämter stehen nach wie vor die Männer im Vordergrund, dies habe man deutlich bei der Oberbürgermeisterwahl in Landshut gesehen. „Während bei der CSU angefangen wird über die Einführung einer Quotenregelung zu diskutieren, gibt es eine solche Regelung in der SPD schon seit 1988.“, so die Kreisvorsitzende und Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Ruth Müller. Es sei von enormer Wichtigkeit, dass auch in den Parlamenten die Frauen entsprechend dem Prozentsatz ihres Bevölkerungsanteils vertreten seien. „Wer soll sich denn sonst für Frauenrechte einsetzen, wenn nicht wir selbst.“, so Ruth Müller weiter.

Ihren Unmut über den Anteil von Frauen in Führungspositionen brachte die stellvertretende Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes, Verena Brunschweiger, zum Ausdruck. Als Gymnasiallehrerin könne sie aus Erfahrung sagen, dass Frauen häufig einen höheren Bildungsgrad erreichen und auch fleißiger sind, wenn es um das Thema Lernen gehe. Deshalb werde sie sich künftig in der SPD und auch in ihrem Beruf dafür einsetzen, dass aus Mädchen selbstbewusste Frauen werden, die sich vermehrt um Führungspositionen bewerben, damit auch hier die Männerdominanz endlich gebrochen werde.

Der Kampf für Frauenrechte dürfe in keinem Maße vernachlässigt werden, sondern müsse in der Zukunft wieder verstärkt werden und dafür stehen die SPD-Frauen der Region Landshut. Der Internationale Frauentag solle jedes Jahr erneut daran erinnern. In diesem Jahr soll am 15.03. um 19.30 Uhr im Kaiserhof mit einer Lesung durch Frau Dr. Michaela Karl daran erinnert werden, dass auch Frauen unter Einsatz von Leib und Leben für heute ganz selbstverständliche Rechte gekämpft haben. Die Veranstaltung ist öffentlich und der Eintritt ist frei.

 
 

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