Gottes Zeichen sind Gelegenheiten

Umwelt

Pfarrer i. R. Christian Reich sprach bei der Mahnwache in Niederaichbach

Passend zur besinnlichen Adventszeit sprach bei der Mahnwache am 29. November der evangelische Pfarrer im Ruhestand, Christian Reich bei der Mahnwache über den Schöpfungsauftrag der Bibel und die Sichtweise der evangelische Kirche zur Nachhaltigkeit. Er erinnerte an den Ökumenischen Kirchentag in München im Mai 2010, der sich auch mit den drängenden ökologischen Fragen unserer Zeit beschäftigte:
  • Klima und Energie
  • Mobilität
  • Sicherung der Welternährung
  • zukunftsfähiger Lebensstil.
Der Stand „Ökumenische Gemeinschaft“ zusammen mit der Bundesstiftung „Umwelt im Zentrum“, war sehr erfolgreich. Viele Umweltbewegte und Umweltinteressierte kamen hier mit der kirchlichen Umweltarbeit in Kontakt. Am 5. November hatte die agu (Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten) im Zusammenhang mit ihrer Herbsttagung ein Papier mit Informationen über die neuen Entwicklungen der Energiepolitik in Deutschland herausgegeben und aufgefordert, die Geschehnisse aufmerksam zu verfolgen, sich öffentlich zu äußern und die alltägliche Praxis in ihren Landeskirchen verstärkt am Leitbild eines zukunftsfähigen Umgangs mit Energieträgern auszurichten. Die EKD (Evang. Kirche in Deutschland) hat sich zu der aktuellen Situation geäußert und die Bitte ausgesprochen, dass die Synoden der Landeskirchen, die dies bisher nicht getan haben, sich mit den genannten Themen zu befassen. Es kommt also Bewegung auf. “Wenn ihr im Westen eine Wolke aufsteigen seht, sagt ihr alsbald: Es kommt Regen, und es geschieht so. Und wenn ihr den Südwind wehen seht, sagt ihr: Es wird Gluthitze geben, und es geschieht. Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels wisst ihr zu beurteilen. Wie kommt es, dass ihr die Zeichen dieser Zeit nicht beurteilt?“ sprach Jesus zur Volksmenge. Zeichen sind Gelegenheiten! Werden sie nicht wahrgenommen, werden sie zu verpassten Gelegenheiten. Gott spricht zu den Menschen durch Zeichen. Seit Jahren werde man gewarnt, dass die heutigen klimatischen Bedingungen aus den Fugen geraten werden, wenn man sich nicht dazu entschließe, den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch zu senken. Immer deutlicher wird es, dass man einen selbstmörderischen Kurs steuere. "Und doch gehen wir an diesem Zeichen vorüber", so Pfarrer Christian Reich. So wie zu Jesu Zeiten lassen wir uns das Wetter von morgen voraussagen, verschließen aber die Augen vor der längerfristigen Gefahr. Warum ist es so schwierig, selbst so deutliche Zeichen zu lesen? Die Antwort lässt keinen Zweifel: Weil Gottes Stimme der Dynamik des menschlichen Lebens zuwiderläuft. Geldgier und Profit sind wichtiger. Gottes Schöpfung ist ein kompliziertes Gewebe, in das der Mensch nicht willkürlich eingreifen kann. Macht, Geld und Profitgier lässt ihn vergessen, dass er selbst Teil der Schöpfung ist. Er sieht die Natur als Bühne der Entfaltung, als Objekt seiner Wünsche und Begierde. Dabei sollte die Schöpfung, die uns umgibt, zum Partner werden, den es zu respektieren gilt.
 
 

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