Fördern und Fordern ist das Leitmotiv der FOS / BOS

Kreistagsfraktion


SPD-Kreisräte aus Landshut und Kelheim mit MdL J. Werner-Muggendorfer (Mitte) und den beiden Schulleitern der FOS / BOS.

Gemeinsamer Besuch der Kreistagsfraktionen aus Kelheim und Landshut an der FOS / BOS Kelheim

Die Landshuter Sozialdemokraten haben einen Antrag auf Errichtung einer FOS / BOS im nördlichen Landkreis Landshut gestellt, um jungen Menschen nach dem Realschulabschluss ortsnah Weiterbildungsmöglichkeiten anzubieten. Als Erfolgsmodell könnte die in Kelheim gegründete FOS / BOS an der Berufsschule beispielhaft sein, deshalb hatten MdL Johanna Werner Muggendorfer und Fraktionsvorsitzende Ruth Müller einen gemeinsamen Besuch in Kelheim anberaumt.

Die beiden Schulleiter Bernd Moser und Hans Meyer informierten über die nun seit Jahren andauernde „Befristung“, für die sie nun kein Verständnis mehr hätten. Bereits der dritte Kultusminister vertröste nun die Verantwortlichen in der Region, machten sie deutlich. 2003 habe man bei einer Probeeinschreibung 250 Anmeldungen erhalten und konnte mit den Fachrichtungen Wirtschaft und Technik beginnen. Später kam dann auch noch der „soziale Zweig“ hinzu. Zum Schuljahr 2005/2006 sei dann die Berufsoberschule „Technik“ dazugekommen und zwei Jahre später auch für den wirtschaftlichen Bereich. Derzeit werden an der FOS / BOS in Kelheim rund 450 Schüler beschult, die meisten kämen aus dem eigenen Landkreis Kelheim. „Wir sind vom Erfolg überrollt worden“, stellte Schulleiter Moser fest.

In Bayern gäbe es rund 60 Fachoberschulen und Berufsschulen und diese 60 Schulen entlassen 43% der bayerischen Abiturienten, alleine diese Zahl spreche für das praktizierte Modell, dass Schüler dort abgeholt werden, wo sie stehen. Im Landkreis Landshut gebe es gerade im Norden mit den Standorten Oberroning, Rottenburg und Neufahrn ein hervorragendes Realschulangebot, das derzeit von rund 1.800 Schülern genutzt werde.

Hier wolle man als SPD-Fraktion aktiv werden, machte auch Bürgermeister Bernd Zauner aus Neufahrn deutlich, um mit kurzen Wegen in der Region ein weiteres Bildungsangebot zu schaffen. Bereits im Januar habe man sich über die Situation an der Landshuter FOS / BOS informiert und auch dort erfahren, dass dieser Bildungszweig boome. Die beiden Schulleiter Moser und Meyer konnten auch berichten, dass in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten die Anmeldezahlen sowohl bei FOS als auch bei der BOS steigen würden. „Wenn die Auszubildenden fertig sind und nur befristete Verträge bekommen, würden sich viele für eine weitere Schullaufbahn entscheiden“.

Der Kelheimer Fraktionsvorsitzende Heinz Reiche äußerte seinen Unmut über das Kultusministerium, das den Landkreis „quasi in der Luft hängen lasse“, indem noch immer keine endgültige Zusage erteilt worden sei. „Wir können doch als Landkreis nicht vorpreschen und bauen und so auf Fördermittel verzichten“, bat er um Verständnis bei den Schulleitern. MdL Johanna Werner-Muggendorfer kritisierte angesichts der zahllosen Verschlimmbesserungen im bayerischen Schulsystem in den vergangenen Wochen, dass die Kommunalpolitiker alle nicht wüssten, wohin die Reise in der bayerischen Bildungslandschaft gehe. Viele Gemeinden hätten ihre Hauptschulen saniert und stünden jetzt vor halbleeren Schulen, weil die R6 und das „G8 über Nacht“ ohne Rücksicht auf Eltern, Schüler, Kommunen und Lehrer eingeführt wurden.

„Auch im 3. Jahrtausend leben wir von Handwerkern, Konstrukteuren und Ingenieuren – gute Bildung ist hierfür die Voraussetzung“, formulierte es Schulleiter Moser treffend. An der Kelheimer Berufsschule, Fachoberschule und Berufsoberschule zeigten die Lehrer trotz der unbefriedigenden Situation besten Einsatz und erzielten die Schüler beste Ergebnisse. Nun sei die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen auch auf das 3. Jahrtausend entsprechend zu gestalten.

 
 

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