Ausstellung an einem geschichtsträchtigen Tag eröffnet

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Die Gäste bei der Ausstellungseröffnung mit Schulleitung, Bürgermeister und Elternbeirat

Erinnern, um verstehen zu können - Ausstellungsreihe zum Rechtsradikalismus im Vilstal macht Station in Gerzen

Den Jahrestag der Reichspogromnacht hatten sich die Verantwortlichen der Mittelschule Gerzen, des DGB Landshut und der SPD im Landkreis Landshut ausgesucht, um die Ausstellung „Freie Gewerkschaften im Mai 33 – Gerade Dich Arbeiter, wollen wir“, zu eröffnen.

Schulleiterin Christine Kreuzpaintner ließ bei ihrer Begrüßungsrede den Blick zurück schweifen – auf den 9. November, der in der deutschen Geschichte immer wieder eine wichtige Rolle spielt: 1918 wurde die erste deutsche Republik ausgerufen, 1923 fand der Marsch auf die Feldherrenhalle statt, als Hitler versuchte, gewaltsam an die Macht zu gelangen. 1938 zerstörten die Nationalsozialisten in der „Reichspogromnacht“ jüdische Geschäfte, Gebetshäuser und Synagogen in ganz Deutschland und 1989 war dann das friedlichste Ereignis – der Fall der Mauer. „Wir wollen mit der Präsentation dieser Ausstellung einen Einblick in die Zeit des Nationalsozialismus geben und dazu beitragen, dass die junge Generation die richtigen Lehren daraus zieht“, so Christine Kreuzpaintner.

Gerzens Bürgermeister Manfred Kaschel begrüßte es, dass auch in seiner Heimatgemeinde an die Geschichte erinnert wird. „Es ist wichtig, sich mit den Umständen dieser Zeit auseinanderzusetzen, um die Geschichte zu verstehen und die Zukunft dann positiv zu gestalten“, so Kaschel.

„Abhaken und Vergessen ist die schlechteste Variante im Umgang mit diesem dunklen Kapitel in der deutschen Historie“, führte Hans-Dieter Schenk vom DGB Landshut in die Ausstellung ein, die von der Hans-Böckler-Stiftung erstellt wurde. Auf 25 Tafeln wird z. B. auf Hitlers Machtergreifung, die Zerschlagung der Gewerkschaften, die hohe Arbeitslosigkeit und die instabilen politischen Verhältnisse eingegangen. Mit dem Zitat des katholischen Theologen und Widerstandskämpfers Martin Niemöller beendete Hans-Dieter Schenk seinen Vortrag, der die Schüler und Schülerinnen der 9. Klasse sehr nachdenklich werden ließ:

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten,
gab es keinen mehr, der protestieren konnte“.

Ruth Müller bedankte sich bei der Schulleitung, der Gemeinde und dem Elternbeirat für die Bereitschaft und das Interesse, sich an der Ausstellungsreihe im Vilstal zu beteiligen. Man wolle dazu beitragen, die Jugendlichen zu informieren und sie so stark machen gegen braune Wiedergänger, die die Freiheit und Demokratie gefährden. Für den Geschichtsunterricht oder die Schulbibliothek überreichte sie das Buch von Josef Felder, der 1933 gegen das Ermächtigungsgesetz stimmte: „Warum ich NEIN sagte“. Sie wünsche sich eine junge Generation, die wieder in der Lage ist, „NEIN“ zu sagen, wenn es darauf ankomme“.
Klassleiter Damian Langer versprach, mit seinen Schülerinnen und Schülern im Laufe der nächsten Tage die Ausstellung intensiv zu besuchen und zu bearbeiten und so in die Geschichte einzutauchen und die richtigen Lehren zu ziehen.

 
 

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