Ärztliche Versorgung der Region stärken

Kreistagsfraktion

SPD in Stadt und Land für einen Neustart bei Zusammenarbeit der Krankenhäuser

Stadtrat Klaus Pauli sprach sich für die heimatnahe Gesundheitsversorgung der Patienten in der Region Landshut aus und dafür, das seit Jahren abgekühlte Verhältnis der Kliniken von Landkreis und Stadt durch vertrauensbildende Maßnahmen neu zu erwärmen. Mit „Abwarten“ auf beiden Seiten, so der Fraktionsvorsitzende der SPD im Stadtrat von Landshut, schaffe man nur Nachteile für die kranken Menschen. Der Redner plädierte dafür, mit den vorhandenen politischen Spitzen in Landratsamt und Rathaus einen Neustart zu beginnen. Auch wenn deren restliche Amtszeit für Ergebnisse wohl nicht mehr ausreichen werde, müssten Josef Eppeneder und Hans Rampf doch unbefangen und souverän genug sein, das vor sich hin dümpelnde Schiff auf einen neuen Kurs zu bringen.

Dieser Auffassung schloss sich Paulis Kollegin Ruth Müller aus der Kreistagsfraktion in einer gemeinsamen Sitzung mit der Stadtratsfraktion an, indem sie meinte, die CSU-Spitzen der Politik in Stadt und Land versicherten sich bei festlichen Anlässen immer wieder ihres freundschaftlichen Verhältnisses. Solche Bekenntnisse müssten jedoch als hohle Phrasen verstanden werden, wenn in der Krankenhauslandschaft die erneuten Bemühungen wieder im Sande verliefen. Den Einstieg in die gemeinsame Meinungsbildung hatte Dr. Marlis Flieser-Hartl mit einem Rückblick auf die mehr als ein Jahrzehnt währenden Bemühungen um eine bessere Kooperation gegeben.

Kreisrat Peter Barteit ergänzte, Rückblicke in die Vergangenheit seien immer nützlich. Man solle sich allerdings davor hüten, einen Neuanfang mit Schuldzuweisungen zu eröffnen. Wichtig sei die grundsätzliche Bereitschaft, im Interesse der Bevölkerung zu positiven Ergebnissen zu kommen. Grundsätzlich müssten die Gespräche „auf Augenhöhe“ erfolgen und alle Krankenhäuser in Stadt und Land im Blickfeld haben. Darüber hinaus werde man ohne eine professionelle Moderation nicht vorankommen. Das Honorar für versierte Fachkräfte auf diesem Gebiet könne sich als gut angelegt erweisen.

Ein hoffentlich bald anzustoßender Prozess der Verständigung solle nach Meinung von Stadtrat Robert Gewies zeigen, in welchen Disziplinen einen verstärkte Kooperation nützlich sei. Konkurrenz könne in manchen Bereichen auch „das Geschäft beleben“. Dritter Bürgermeister Gerhard Steinberger plädierte für „einen großen Wurf“, musste jedoch einräumen, dass eine schnelle Fusion angesichts der unterschiedlichen Rechtformen der Kliniken in Stadt und Land schwierig sei. Die unzureichende Finanzausstattung der Krankenhauslandschaft durch den Freistaat Bayern trägt nach Auffassung des früheren Landtagsabgeordneten Dietmar Franzke wesentlich zum Defizit vieler Häuser bei.

Auf Vorschlag von Ruth Müller einigten sich die Fraktionen darauf, den Neustart mit einem drängenden konkreten Problem einzuläuten und in einem gemeinsamen Antrag an Stadtrat und Kreistag die Geschäftsführungen von La.KUMed und Klinikum zu beauftragen, ein Konzept für eine gemeinsamen Schlaganfallversorgung in der Region zu erarbeiten.

Foto:
Dr. Marlis Flieser-Hartl, Vorstandsvorsitzende von La.KUMed (links) erörterte mit den Fraktionen um ihre Vorsitzenden Ruth Müller (3. v. links) und Klaus Pauli (rechts sitzend) die Chancen einer verbesserten Zusammenarbeit der Krankenhäuser.

 
 

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