Widerstand – Verfolgung – Vertreibung – Integration

Vorankündigung

Themen von gestern sind heute noch immer aktuell – SPD AK Labertal bringt historische Ausstellung in die Schlossklinik

Die bewegte Geschichte aufrechter Kämpfe steht im Mittelpunkt der diesjährigen Ausstellungsreihe „Die sudetendeutschen Sozialdemokraten“, die vom 21. Mai bis 10 Juni in der Schlossklinik Rottenburg zu sehen ist. Im April 2010 war diese Ausstellung im Bayerischen Landtag zu sehen und Landtagspräsidentin Barbara Stamm bezeichnete den ehemaligen Landtagsvizepräsident, Volkmar Gabert als Brückenbauer. Er war von 1986 bis zu seinem Tod 2003 der am längsten amtierende Bundesvorsitzende der Seliger-Gemeinde. Volkmar Gabert habe stets versucht, Mauern ab- und Brücken aufzubauen und für Ausgleich und Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen zu sorgen. „Damit verkörperte er in seiner Person die zentralen Anliegen und politischen Ziele der Seliger- Gemeinde seit ihrer Gründung“, so die Landtagspräsidentin, die in diesem Zusammenhang auch Prof. Peter Glotz und Albrecht Schläger als namhafte Mitglieder der Seliger- Gemeinde – beide ehemalige Abgeordnete des Landtags – hervorhob.
Tausende Sozialdemokraten mussten unter der Naziherrschaft ins Exil fliehen oder wurden im KZ ermordet. Angesichts bisweilen undifferenzierter öffentlicher Diskussionen der Themen Widerstand, Flucht und Vertreibung ist die Erinnerung an sie auch heute, 67 Jahre nach Kriegsende, wertvoll und wichtig. In der zweisprachig gestalteten Ausstellung über Flucht und Vertreibung geschieht dies. Die Ausstellung ist unter maßgeblicher Beteiligung des Journalisten Georg Schatz alias Pit Fiedler unter der Trägerschaft der Seliger-Gemeinde entstanden.
Auf 40 Tafeln wird die Geschichte der im Jahre 1919 von Josef Seliger gegründeten Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP) und der unter dem NS- Regime daraus erwachsenen „Treuegemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten im Exil“ erzählt.
Flucht, Vertreibung, Verfolgung und der Verlust der Heimat ist auch heute noch für viele Menschen auf der Welt ein Schicksal, das gerade angesichts der vielen Unruhen im afrikanischen und arabischen Raum mehr denn je präsent in unserer Region ist. Das Schicksal der Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg ist bis heute unvergessen und muss - gerade vor dem Hintergrund des wieder erstarkten Rechtsradikalismus in Europa – immer wieder in Erinnerung gerufen werden.

Die Ausstellung wird am Montag, 21. Mai um 19.00 Uhr im Kaisersaal der Schlossklinik Rottenburg eröffnet. Die vertriebenenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, MdL Christa Naaß, wird unter dem Motto „Erinnerungen als Basis für eine gute Nachbarschaft im gemeinsamen Haus Europa“ in die Ausstellung einführen. Bis zum 10. Juni ist die Ausstellung tagsüber in der Schlossklinik zu besichtigen.

 
 

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