SPD-Erfolgsmodell der kostenfreien Fahrradmitnahme wurde einkassiert

Kreistagsfraktion

Leserbrief vom 28. Mai zum Artikel „Ein Ticket für den Drahtesel“ vom 24. Mai 2011 in der Landshuter Zeitung:

In diesem Beitrag berichten Sie ausführlich und über weite Strecken sehr zutreffend über die Rücknahme des gut eingeführten, touristisch und ökologisch sinnvollen Angebots der Südostbayernbahn, über die am 14. März wieder einmal in der Kreisausschuss-Sitzung diskutiert wurde. Mit 3 : 10 Stimmen wurde beschlossen, dass hier künftig die Kosten nicht mehr übernommen werden.

Diese Regelung hat eine lange Geschichte: Bereits im September 2001 hatte die SPD im Landkreis Landshut diesen Antrag gestellt, der im Juni 2002 dann umgesetzt wurde. Knapp 10 Jahre später wird dieses Angebot bedauerlicherweise wieder einkassiert. Als Vertreterin der SPD im Kreisausschuss stimmte ich – gemeinsam mit dem SPD-Kreisrat Arno Wolf und dem Kreisrat der Grünen für eine Beibehaltung der kostenlosen Fahrradmitnahme. Bereits im Oktober 2009 wurde über die Situation beraten, denn die Bahn hatte den Vertrag zum Jahresende gekündigt. Für den neuen Vertrag war eine Preiserhöhung um satte 57 Prozent auf 7.093 Euro angekündigt. Die Landkreise Mühldorf, Altötting, Rottal- Inn und Traunstein hatten diesem Preis bereits zugestimmt und deshalb entschloss sich auch der Landkreis Landshut, vorerst an diesem Modell festzuhalten. Auf der Strecke Landshut - Mühldorf werden pro Jahr auf diese Weise knapp 5.000 Fahrräder befördert, darunter viele von Radtouristen.

Auch in der Sitzung vom März dieses Jahres haben wir als SPD erneut darauf hingewiesen, dass wir den Landkreis Landshut erklärtermaßen als Touristikregion ausbauen wollen und mit diesem Service-Angebot einen Beitrag zum Umweltschutz, zum sanften Tourismus und zur Steigerung der Attraktivität unserer Region bieten wollen.

Sicherlich wäre es wünschenswert, wenn die Bahn ein Gesamtkonzept für Bayern auf den Tisch legen würde und wir werden uns über die SPD-Landtagsfraktion auch mit Nachdruck dafür einsetzen. Solange es keine große Lösung gibt, sollten allerdings bestehende Strukturen nicht aufgelöst werden. Als SPD sind wir der Meinung, dass „jede Reise mit dem ersten Schritt beginnt“ und hätten eine Beibehaltung der kostenlosen Fahrradmitnahme als kleinen Schritt für einen fahrradtourismusfreundlichen Landkreis gesehen.

Ruth Müller, Fraktionsvorsitzende der SPD im Landkreis Landshut

 
 

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